Mit den zoopharmaka wird das Experiment eröffnet, das poetopharmakon gerade da zu anim(alis)ieren, wo es in der bloß begrifflichen und historisierenden Konservierung um seine Wirkung gebracht zu werden droht. Vereinfacht ausgedrückt: Das zoopharmakon ist eine hantologische Chiffre.

ANIMOT: „Das vielfache animot/TierWort würde immer noch darunter leiden, ständig den Herrn und Meister hinter seinem Rücken zu spüren. Es hätte die Nase voll, auf diese Weise domestiziert, gezähmt, dressiert, folgsam, diszipliniert, gebändigt zu sein. Statt dieser Menagerie, mit der böse Zungen meine Autobibliographie vergleichen könnten, werde ich nur die Idee, oder eher den unklaren Einsatz eines philosophischen Bestiariums, des Bestiariums am Ursprung der Philosophie, in Erinnerung rufen. Es wäre kein Zufall, daß es sich zunächst in den Gestaden eines unentscheidbaren pharmakon aufgedrängt hat.“ (Jacques Derrida, Das Tier, das ich also bin, 68.)

EINHORNSIRUP: Nach C.G. Jung ist das Einhorn aller­erst als „‚monstrum Hermaphroditum‘ der Alchemie“ zu gewahren, dessen Natur, so Jung, nach Plinius aus den drei Teilen „Pferdeleib, Elephantenfüße und Eberschwanz“ be­steht. Und von einem gewissen Ktesias zitiert Jung die Bemerkung, dass die wilden Esel in Indien nicht kleiner als Pferde seien und Hörner auf der Stirn trügen: „Aus diesen bunten Hörnern trinken die Inder […].“ Und man sagt, „daß, wer aus diesem Horn trinke, von un­heilbaren Krankhei­ten befreit werde, denn er werde nicht von Krämpfen ergriffen, noch durch Gifte getötet, und wenn er vorher etwas Schädliches getrunken hätte, erbreche er es und werde gesund.“ (C.G. Jung, Alchemie und Psychologie, 508)