Hier werden therapeutische Konzepte geprüft und entwickelt, die sich aus der Poesie- und Bibliotherapie herschreiben und mit Erkenntnissen zu Wirkungsweisen der neuen Medien kombiniert werden. Dabei werden die im Zuge der Lektüre bereits als Therapeutika funktionierenden Entwürfe des Dreigestirns Derrida-Deleuze-Foucault für die Paradigmenbildung einer zeitgemäßen Poesie- und Medientherapie unabdingbar sein. Zunächst sei nur verwiesen auf eine erste:

DELEUZUNG: „Sie [die Therrorie] nimmt sich vor: 1. Die ungestützte Konstituierung der Therrotherapie, in Verbindung mit der aktiven Zerstörung der Krankheiten unserer Zeit: Psychopumpen, Hypochondrioken, Schizophagen, Blennophrenien, Nevrotosen, Nevrotypien, Morteme, Sexosen, Phantasmologen, Skatotonien. Un die allerschlimmste unserer Zeit: die glorifizierende Depression. 2. Die Produktion von Losungen und Slogans wie: ‚Immer mehr Unbewußtes, noch mehr, produziert Unbewußtes.‘ ‚Es gibt nichts zu interpretieren.‘ ‚Alles kommt ins Lot, und zwar gut.‘[…]“ (Gilles Deleuze, Die einsame Insel, 408)

MASSAGE: "Wir sind bereits an einem Punkt angelangt, an dem eine therapeutische Kontrolle ausgeübt werden muss, die aus dem Wissen um die Medien und ihre umfassenden Auswirkungen auf uns alle resultiert." (Marshall McLuhan: Das Medium ist die Massage, 12)

 

WOZU POETOPHARMAKA?

 

1. SOKRATES' GABE UND PHARMAKEIAS MITGIFT

 

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„O Kriton, wir sind dem Asklepios einen Hahn schuldig: Entrichtet ihm den und versäumt es ja nicht!“ (Sokrates)

 

2. INTERMEDIALE SELBSTVERSUCHE

 

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Nachdem Fugazi auf Twitter nahegelegt hat, die konventionelle Dialektik der Sozialen Netzwerke zu überführen in ein anderes pharmazeutisches Posten, ist uns, die wir uns solcherart ins Facebook eintragen, ausgerechnet das Gespenst Jacques Derridas beigesprungen: „Die einzige Haltung, die mir vollkommen verurteilenswert erscheint, wäre jene, die direkt oder indirekt die Möglichkeit eines wesenhaft unendlichen Hinterfragens, eines wirksamen und folglich verändernden Hinterfragens verwirft.“

 

3. DETOX-POETOX

 

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Mittel gegen Internetsucht: (Vor-)Lesen, Musizieren, Malen, mit echten „Menschen“ spielen und sprechen, die sogenannte „Natur“ aufsuchen. Zusätzlich etwas für den Ausbau schmaler Brücken (keine Autobahnen!) zwischen den Medien tun. Das heißt: Allegorien der Rezeption entwickeln, gegen große Datenmengen kleine, haltbare Bedeutungen fördern und Fragen üben: „O who is that ghost? that form in the dark, with tears?“

 

4. ENCRYPT YOURSELF - QUALIFY YOUR NETWORK (POETOPHARMACODES)

 

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„Was bin ich, ich selbst, einzigartig, Individuum und Gattungswesen zugleich? Eine unbestimmte Chiffre, entzifferbar, unentzifferbar, offen und verschlossen, sozial und schamhaft, zugänglich-unzugänglich, öffentlich und privat, intim, geheim, unbekannt, bisweilen sogar mir selbst, und zugleich ausgestellt. Ich exitiere, also bin ich ein Code, berechenbar, unberechenbar.“ (Michel Serres)

 

5. MEHR ZUR POETOPHARMACODIERUNG

 

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Der #poetopharmacode dissenzialisiert die Gaben des Digitalen. Er wird generiert in einer spielerischen Kombination aus dem #alexipharmacode, dem #zoopharmacode und dem #kosmopharmacode. Dieses Ensemble passt sich individuellen Bedürfnissen an und sorgt für eine nachhaltige biomediale Resonanz.