Die Poetopharmazie ist auch als Teil eines interdisziplinären, pharmakoanalytischen Engagements zu verstehen. Es geht um die Analyse der Semantiken des Heilmittels, des Giftes und der Droge. Damit geht es um Substanzen, Essenzen, Wirkungen, Rezepturen und Rezeptionen. In methodischer Hinsicht kann das sehr lange nur bedeuten, rekonstruktive und historiographische Aufgaben ernst zu nehmen.

Der Anschluss an die poetische Semantik verläuft demnach zunächst über Stoff- und Motivgeschichten. Sie arbeiten in analytischer Hinsicht der poetopharmakologischen Grundlegung dieser Pharmazie zu.

 

Zur intermedialen Spezifizierung: PHARMAKOANALYSEN und PHARMAKOMEME

Die Pharmakomeme, die auch die konventionellen Netzwerke parasitieren, sollen natürlich keine neuen Toxikoplexien erzeugen. Es wäre umgekehrt reine Scharlatanerie, würde man behaupten, es wären bereits eineindeutige Heilmittel in Sicht. Was man aber sagen kann, ist, dass mit dem in Entstehung begriffenen Wissenschaftszweig einer intermedialen Pharmakoanalytik deren Transzendierung bereits mitgeliefert wird.