Die kosmopharmaka sind weitverbreitet und nicht nur deshalb mit größter Vorsicht zu genießen.

Uneingeschränkt zu empfehlen wären jene Alexander von Humboldts: Er wusste von „Anregungsmitteln“ zu berichten, welche dem Naturstudium zugute kommen, und zählte sie unter „die schönsten Früchte europäischer Völkerbildung“, da es solcherart „dem Menschen möglich geworden sich fast überall, wo ihn schmerzliche Entbehrung bedroht, durch Cultur und Gruppirung exotischer Gewächse, durch den Zauber der Landschaftsmalerei und durch die Kraft des begeisterten Wortes einen Theil des Naturgenusses zu verschaffen, den auf fernen, oft gefahrvollen Reisen durch das Innere der Continente die wirkliche Anschauung gewährt.“ (Alexander von Humboldt, Kosmos, 239)

Auch W.G. Sebald kennt die kosmopharmaka, die offenkundig einer gewissen Bescheidenheit zugute kommen. Vorzügliche Mittel stellt nach Sebald etwa Johann Peter Hebel zur Verfügung: "Es sind letztendlich die kosmischen Dimensionen und die aus ihnen abgeleiteten Einsichten in die eigene geringe Bedeutung, aus denen die Souveränität sich ergibt, mit der Hebel die Wechselfälle des menschlichen Schicksals in seinen Erzählungen regiert." (W.G. Sebald, Logis in einem Landhaus, 18)